Unsere Insekten-Lieblinge 2021

September 2021                          Herzgespann (Leonurus cardiaca)

Von Hajotthu - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27136815
Von Hajotthu - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27136815

Das Herzgespann ist eine alte Heilpflanze, sie heißt auch Löwenschwanz.

Es ist eine sehr auffällige Staude, die straff aufrecht wächst mit vielen kleinen unauffälligen rosafarbenen Blüten. Das Herzgespann blüht ca. von Juni bis September und wird 50-150 cm hoch.

Diese Staude braucht nicht so viele Nährstoffe und wächst in jedem "normalen" Gartenboden, doch Sonne muss sein! Sie passt gut zu Königskerzen, nesselblättriger Glockenblume oder Bergminze.

Viele verschiedene Wildbienen lieben den Nektar des Herzgespanns.

August 2021                                  Natternkopf (Echium vulgare)

Gewöhnlicher Natternkopf von blackpictures - - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
Gewöhnlicher Natternkopf von blackpictures - - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Der Natternkopf ist eine zweijährige Wildpflanze, die in Deutschland und Europe verbreitet ist und 50-80 cm hoch wird. Sie ist eine sogenannte Pionierpflanze, die z.B. am Gleisbett oder anderen schottrigen oder lehmig-sandigen Flächen vorkommt.

Als Zweijährige bildet die Pflanze im ersten Jahr eine lange Pfahlwurzel aus und eine Blattrosette mit behaarten Blättern. Aufgrund der tiefreichenden Pfahlwurzel lässt sich der Natternkopf nicht gerne umpflanzen.

Im zweiten Jahr geht es in die Höhe und es entwickeln sich ein oder mehrere aufrechte Blütenstiele, an denen sich leuchtend blaue (an Schlangenköpfe erinnernde) Blüten öffnen. Diese blühen von Juni bis September.

Der Natternkopf mag durchlässige nährstoffarme, gerne kalkhaltige Böden in voller Sonne.

Im Lebendigen Garten eine sehr wertvolle Pflanze, die zahlreichen Schmetterlingen und Wildbienen Nahrung bietet, z.B. auch der Natternkopf-Mauerbiene, die sich ausschließlich von Pollen dieser Pflanze ernährt. 

Der Natternkopf sät sich reichlich aus, wenn ihm der Standort zusagt.

Juli 2021                                  Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum)

Beide Bilder: Dianthus carthusianorum von Andreas Rockstein - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
Beide Bilder: Dianthus carthusianorum von Andreas Rockstein - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Die Kartäusernelke ist eine in Westeuropa heimische mehrjährige Pflanze, die es gerne sonnig, trocken und mager mag. Sie wächst wild auf Trockenrasen oder an Böschungen und sandigen Flächen. Im Garten besiedelt sie gerne Steingärten oder Trockensteinmauern.

Kartäusernelken haben schmale grasartige Blätter, aus diesen treiben im Frühling leuchtend purpurfarbene Blüten auf hohen Blütenstielen heraus. Insgesamt kann diese hübsche Pflanze bis ca. 40 cm hoch werden.

Schmetterlinge, wie der Zitronenfalter und der Schwalbenschwanz trinken gerne Nektar an dieser Nelkenart.

 

 

Juni 2021                                                Große Sterndolde (Astrantia major)

Astrantia 401 von Manu - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Goldener Scheckenfalter Große Sterndolde von Aah-Yeah - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Die große Sterndolde ist eine heimische Wald- und Wiesenstaude, die gut unter Gehölzen oder an Teich und Bach wächst. Sie wird 50-70 cm hoch und blüht von Juni bis August.

Die Blüten sind sehenswert, eine kugelige Doldenblüte wird von sternförmigen Blütenblättern umgeben, von daher der Name Sterndolde - wahrlich ein kleines Kunstwerk.

Die Sterndolde mag es gerne halbschattig und feucht, sie wächst gut auf kalkhaltig-lehmigen Böden. Eine Mulchschicht verträgt sie gut, dann trocknet der Boden nicht aus.

Es gibt die Staude in weiß und verschiedenen Rottönen. Sie gesellt sich gerne zu Storchschnabel, Katzenminze und Frauenmantel.

Mai 2021                                      Lungenkraut (Pulmonaria)

Bild 1: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:PulmonariaOfficinals.jpg#/media/Datei:PulmonariaOfficinals.jpg

Bild 2: Wollschweber 100408 097 von Jürgen Mangelsdorf - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

 

Das Lungenkraut ist eine heimische Staude, gehört zu den Raublattgewächsen und ist ein wertvoller Frühjahrsblüher.

Seine Blüten erscheinen von März bis Mai und bieten den frühen Wildbienen Nahrung. Ganz besonders dabei: Die Blüten erblühen in rosa und verfärben sich nach der Bestäubung zu blau, was Bestäuberinsekten informiert, welche Blüten noch "zu haben" sind!

Das echte Lungenkraut wurde früher bei Lungenkrankheiten verwendet, die Blätter der Pflanze haben eine Ähnlichkeit mit Lungenflügeln. Die Wirksamkeit ist allerdings heute umstritten.

Die Staude wird bis 30 cm hoch und breitet sich über Rhizome aus, wenn ihr der Ort zusagt.

Sie kann gut unter Sträuchern im Halbschatten gesetzt werden, gerade im Frühling bekommt sie dann noch Licht, wenn die Blätter noch nicht ausgetrieben sind.

 

Bezüglich des Bodens mag sie es gerne nährstoffreich, kalkhaltig, warm und humos. Sowohl zu trocken oder zu nass sagen ihr nicht zu. Im Herbst kann die Staude mit Laub gemulcht werden, das versorgt sie mit Nährstoffen.

Wieder mal eine unkomplizierte und wertvolle heimische Wildpflanze!

April 2021                                  Traubenhyazinthe (Muscari)

"Britzer Garten 105" von Manu- Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
"Britzer Garten 105" von Manu- Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Traubenhyazinthen erfreuen uns im Frühling mit ihren blauen Blüten. Diese bieten Insekten, zum Beispiel den früh schlüpfenden Mauerbienen (Osmia bicornis und cornuta) oder dem Hummelschweber Nahrung.

Die Traubenhyazinthe wächst aus kleinen Zwiebelchen und vermehrt sich unkompliziert über Samen.

Sie kann unter Gehölzen oder im Staudenbeet gesetzt werden und mag es gerne sonnig. Wie für die meisten Zwiebelpflanzen sollte der Boden nicht zu schwer sein, denn "nasse Füße" mögen diese Frühlingsblüher nicht. Tonige Erde kann mit Sand aufgelockert werden.

Für Garten und Topf werden verschiedene großblütige und verschieden farbige Sorten gezüchtet.

Die kleine wachsende Traubenhyazinthe ist in Europa heimisch.

 

 

"Zaunbesetzer" von Ralf Wimmer- Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
"Zaunbesetzer" von Ralf Wimmer- Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

März 2021                                                Schlehe/Schwarzdorn                            (Prunus spinosa) "Reto"

Die Schlehe ist ein weiß blühender Strauch, der rund um Ahnatal teilweise in dichten Hecken wächst und damit wertvollen Lebensraum für Vögel und Insekten bietet.

Tiere würden Schlehen pflanzen, denn Schlehenhecken sind mit ihren Stacheln sehr wehrhaft und bieten dadurch Schutz für Vögel vor Fressfeinden und vielfältige Nahrung:

Die Blüten der Schlehe erscheinen im März/April und bieten Nektar für Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Mehrere Schmetterlingsarten nutzen die Blätter zur Eiablage, die Eier überwintern und im Frühling schlüpfen die Raupen, die sich anschließend von den Blättern ernähren können. Vögel wie der Neuntöter nutzen die Stacheln zum Aufspießen von Insekten als "Futterlagerplatz", viele Vögel nisten gerne in den Ästen geschützt vor Katzen und fressen die im Herbst erscheinenden bläulichen Früchte. 

Da die Schlehe sich mit zahlreichen Ausläufern ausbreitet, ist für den Garten eine veredelte Sorte zu empfehlen, wie "Reto". Diese Sorte wächst als kleiner Baum bis 3 Meter, macht keine Ausläufer und bringt großfrüchtige Schlehenfrüchte hervor. Die Schmetterlinge und Vögel freuen sich in diesem Fall auch über die veredelte Sorte!

Die Schlehe mag Sonne oder Halbschatten, gerne trockene Böden, die auch kalkhaltig sein dürfen.

Hier gibt es mehr Informationen zu diesem wertvollen einheimischen Naturschutzgehölz:

https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/portraets/schwarzdorn/06442.html

Februar 2021                                    Winterling (Eranthis hyemalis)

Winter aconite / Winterling (Eranthis hyemalis 090307 041) von Jürgen Mangelsdorf - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
Winter aconite / Winterling (Eranthis hyemalis 090307 041) von Jürgen Mangelsdorf - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Winterlinge sind Zwiebelpflanzen mit leuchtend gelben Blüten, die im Februar und März blühen. Der Winterling stammt ursprünglich aus Südeuropa, ist also ein Neophyt (eine Pflanze, die nach 1492 bewusst oder unbeabsichtigt in ein Gebiet gelangt ist, in dem sie natürlicherweise nicht vorkam). Er wird in Deutschland in Gärten und Parks kultiviert und breitet sich dort aus, wenn er in der Erde ungestört bleibt. Winterlinge sind frosthart und blühen teilweise auch im Schnee. Sie gehören damit zu den ersten Bienenweiden im Jahr.

Sie wachsen in der Wiese oder im Beet mit lehmiger, humoser, fruchtbarer Erde. Im Spätwinter bilden sie unter laubabwerfenden Gehölzen im feuchtigkeitsspeichernden Laubmantel gelbe Teppiche. Trockenheit mag der Winterling nicht. Nach der Blüte verwelkt auch das Laub und die Pflanze zieht ein.

early spring bee (Honigbiene auf Winterling) von Michael Mueller- Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
early spring bee (Honigbiene auf Winterling) von Michael Mueller- Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Januar 2021                          Schneeglöckchen (Galanthus)

Schneeglöckchen erfreuen uns mit ihrer Blüte im Winter und frühen Frühling.

Diese Zwiebelpflanze gehört zu den Amaryllisgewächsen. Sie mag Halbschatten, verträgt aber auch mehr oder weniger Licht, ist anspruchslos, was den Boden betrifft. und benötigt keine Pflege. Nur Staunässe geht, wie bei den meisten Zwiebelpflanzen, gar nicht...

Es gibt etwa 20 verschiedene Arten von Schneeglöckchen, in Mitteleuropa ist Galanthus nivalis heimisch, das kleine Schneeglöckchen.

Wild wachsende Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gepflückt werden.

Im Garten sorgen Ameisen für die Verbreitung der Samen und eine zunehmende Ausbreitung der Schneeglöckchen-Polster.