Unser Insekten-Liebling des Monats

JULI 2020                                    Kugelköpfiger Lauch (Allium sphaerocephalon)

Allium sphaeracephaon (CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38738)
Allium sphaeracephaon (CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38738)

Allium sphaerocephalon ist ein heimisches Zwiebelgewächs und ein attraktiver Sommerblüher, den Insekten lieben.

Er zählt zur großen Familie der Lauchgewächse, der Nutzpflanzen wie Speisezwiebel, Bärlauch, Knoblauch und Schnittlauch angehören. Daneben gibt es auch reine Zier-Lauchsorten, die häufig aus dem asiatischen Raum stammen, wie z.B. Sternkugellauch und Riesenlauch.

Allium sphaerocephalon wird am besten im Herbst als Zwiebeln in 10 cm Tiefe gepflanzt.

Er wird bis 100 cm hoch und mag trockene kalkhaltige durchlässige Böden in voller Sonne. Die Blütezeit ist im Hochsommer, Juli und August, mit purpurroten Blütenköpfen.

Gefällt es dem Kugellauch am Standort, breitet er sich dort aus über Tochterzwiebeln und Samen.

In naturnahen Gärten passt er schön zu Wolfsmilch, Schafgarbe und Federgräsern.

 

JUNI 2020

Mutterkraut (Tanacetum parthenium)

2123Tanacetum_parthenium_Mutterkraut_3 von Michael Wunderli - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
2123Tanacetum_parthenium_Mutterkraut_3 von Michael Wunderli - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Das Mutterkraut ist ein Korbblütler und eng mit dem Rainfarn verwandt; es ist eine alte Heilpflanze und wurde früher bei Schwangerschaftsbeschwerden, zur Einleitung von Geburten und zum Fiebersenken verwendet. So heißt es im Englischen auch "feverfew flower".

Das Mutterkraut wird ca. 50 cm hoch, die Blüte erinnert ein wenig an Kamille mit weißen Zungenblüten an  mittigen gelben Röhrenblüten (Blüte Juni-August). Es gibt auch Zuchtsorten mit gefüllten Blüten, die für einen Lebendigen Garten nicht geeignet sind.

Das Kraut liebt nährstoffreiche Böden in der Sonne, diese können auch Kalk enthalten. Die Pflanze wächst wild z.B. auf Baustellen und wird gleichzeitig als Beetpflanze geschätzt, sie sieht z.B. zu Rosen sehr schön aus.

Mutterkraut riecht aromatisch, ein wenig nach Kamille.

Es bietet Pollen und Nektar z.B. für Furchenbienen, Lehmwespen, Marienkäfer, Kleines Wiesenvögelchen (Schmetterling) und viele mehr. Mehrere Schmetterlingsarten legen ihre Eier an das Mutterkraut, so dass es als Raupenwirtspflanze dient. Definitiv ein sehr wertvoller Insektenliebling!

Das Mutterkraut ist unkompliziert und wächst zweijährig oder auch ausdauernder. Wenn der Standort gefällt, dann versamt es sich.

MAI 2020

Beinwell (verschiedene Sorten Symphytum officinale/ibericum/grandiflorum uvm.)

 Symphytum grandiflorum von Leonora (Ellie) Enking - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
Symphytum grandiflorum von Leonora (Ellie) Enking - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Der Beinwell ist eine krautige Staude und es gibt ihn in vielen verschiedenen Sorten.

Der kleine Symphytum grandiflorum blüht z.B. im April/Mai, er ist ein ausgezeichneter Bodendecker und ein guter Gegenspieler auf Giersch-Flächen, ohne "lästig" zu werden. Er vermehrt sich über überirdische Ausläufer und nimmt dem Giersch so Licht und Platz weg. Der kissenartig wachsende Beinwell lässt sich hervorragend unter Gehölzen im Halbschatten anpflanzen und bedeckt nach und nach größere Flächen. Er wird bis 40 cm hoch und ist absolut pflegeleicht: Das Laub stirbt im Winter ab und die neuen Triebe kommen im Frühjahr durch die Krautschicht durch - ein natürlicher Kreislauf ohne Zutun von Gärtner*innen.

Die Blüten sind weiß/rosa/lila und bei Hummeln und anderen größeren Wildbienen sehr beliebt.

 

Der echte Beinwell ist als Heilpflanze bekannt, auch Comfrey genannt. Er wird wesentlich größer, bis 1 Meter, und braucht auch in der Breite ordentlich Platz. Symphytum officinale blüht bläulich-violett von Mai-Oktober, mag nährstoffreiche, lehmige, gern feuchte Böden und wächst gut im Halbschatten.

Die Blätter sind weich behaart wie beim Borretsch und sehr stickstoffhaltig, sie lassen sich hervorragend zum Mulchen von Tomatenpflanzen oder Ansetzen von Pflanzenjauchen verwenden.

Die Wurzeln enthalten den Wirkstoff Allantoin und wurden in Salben oder Tinkturen früher zur Heilung von Knochenbrüchen und bei Zerrungen etc. verwendet.

Symphtytum officinale von Andreas Rockstein - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
Symphtytum officinale von Andreas Rockstein - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

APRIL 2020

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Pulmonaria von Sergey Rodovnichenko - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
Pulmonaria von Sergey Rodovnichenko - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Echtes Lungenkraut ist ein wertvoller Frühblüher für blütenbestäubende Insekten. Es wächst kissenartig in Halbschatten oder Schatten.

Das Lungenkraut blüht von März bis Mai, die Blüten sind rotviolett und später blau. Hierfür ist eine Veränderung des PH-Wertes im Zellsaft zuständig; es wird auch gesagt, dass die Blütenfarbe den Insekten anzeigt, ob sie schon bestäubt sind oder nicht.

Das Lungenkraut steht gerne im Halbschatten und mag kalkhaltige nicht zu trockene Böden.

 

Es  erreicht eine Höhe bis 40 Zentimetern und ist ein guter Bodendecker z.B. für den Gehölzrand.

Pelzbiene auf Lungenkraut /  147: Hairy-footed Flower Bee (m) von Will George - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
Pelzbiene auf Lungenkraut / 147: Hairy-footed Flower Bee (m) von Will George - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

MÄRZ 2020                                               Salweide (Salix caprea)

Foto: Salix caprea von Andreas Rockenbach -  Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)
Foto: Salix caprea von Andreas Rockenbach - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

Unter den Weiden ist die Salweide besonders wertvoll.

Vor den Blätter erscheinen im März/April die Weidenkätzchen, die erst silbrig pelzig sind und dann leuchtend gelb blühen (männliche Kätzchen). Diese sind frühe und sehr begehrte Pollenquellen für einige Wildbienen wie z.B. Sand- oder Seidenbienen.

Die Raupen verschiedener Schmetterlinge, wie z.B. des Nachtpfauenauges fressen Weidenblätter, Schmetterlinge trinken den Nektar, Käfer ernähren sich von Blättern oder vom Pflanzensaft. 

Die Salweide/Palmweide gehört als "Allrounder" für Insekten in jeden naturnahen Garten.

Die Weide kann 3-5 Meter hoch werden und mag sonnige Standorte. Sie wächst sehr schnell und ist windfest, kann also gut in einer Hecke gepflanzt werden. Insgesamt ist sie ein unkompliziertes Gehölz, das sich auch gut zurückschneiden lässt. 

Die Weide ist ein heimisches Gehölz und gilt als eine der ältesten Blütenpflanzen in Europa.

Also "ab in den Garten" mit der nützlichen Weide!

 

Nutznießer der Weide: Schmetterlingsraupe der Pyramideneule (Nachtfalter), Honigbiene und Schwebfliege

- die Fotos vergrößern sich beim Anklicken

links: Raupe der Pyramideneule - Copper underwing larva von gbohne - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

in der Mitte: Honey Bee von Charlie Jackson - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

rechts: Hoverfly on Willow von Martin Cooper - Flickr Commons (Creative Commons Licence Version 4.0)

FEBRUAR 2020                                       Blaustern (Scilla bifolia oder sibirica)

Scilla bifolia oder sibirica ist ein Frühblüher, der sehr schön unter Gehölzen aussieht. Vor allem blüht er ab Februar/März bis April und bietet den ersten Bienen wertvolle Nahrung.

Die Pflanze wird 10-20 cm hoch. Die blauen Blüten sind sternförmig und je nach Sorte hängend oder nach oben offen. Die Zwiebelchen des Blausterns können im Herbst gepflanzt werden; wenn der Standort passt, breitet sich Scilla zu Teppichen aus. Die Sternchen mögen nahrhafte Böden und vertragen verschiedene Lichtverhältnisse. Blausterne bilden Tochterzwiebeln, so breiten sie sich aus. Darüberhinaus werden die Samen durch Ameisen gesammelt, verbreitet und dadurch die Pflanzen vermehrt.

JANUAR 2020                                                Bodnant-Winterschneeball "Dawn" (Viburnum x Bodnantense)

Der Winterschneeball ist ein wunderschöner Zierstrauch mit rosafarbenen Blüten; er kann bis 3 Meter groß und 2 Meter breit werden, ist sommergrün und winterblühend. Die Blüten gehen teilweise schon im November auf und blühen bis April, dabei duften sie gut nach Vanille.

Der Strauch benötigt einen halbschattigen bis sonnigen Platz und nährstoffreiche Erde. Er wächst aufrecht und später bogig überhängend.

Der Winterschneeball bietet mit seinen duftenden Blüten frühen Bienen und Hummelköniginnen Nahrung.