Aktuelles und Termine

Foto: Ruth Brosche, Ahnatal

05.09.2018                                                                       Informationsabend:  "Wie kann ich in meinem Garten Artenvielfalt fördern?"

Am 05.09.2018 erlebten wir den Vortrag des insektenbegeisterten Referenten Martin Herbst von www.garten-der-gruenspechte.de . Der Referent hat nach dem Vorbild des „Hortus Insectorum“ von Markus Gastl (http://hortus-insectorum.de) eine Streuobstwiese zu einem Garten der Artenvielfalt verändert.

Mit faszinierenden (Makro)Aufnahmen entführte er uns in die Entstehung seines Hortus/Gartens und in die Welt der Insekten und anderer Lebewesen in seinem Garten.

 

Hier einige Eindrücke seines Vortrags:

 

Lebensraum Hecke:

Wir betrachteten, welchen Nutzen eine Hecke für die Artenvielfalt bringen kann. 100 Punkte hatte der Referent zu vergeben - 100 Punkte bekamen Laubgehölze, die zugleich Nektar und Pollen für Insekten, Früchte für Vögel, Blätter für Raupen und Deckung und Möglichkeiten zum Nestbau bieten. Hier kann man sehen, welche Sträucher unserer heimischen Tierwelt nutzen:

 

 

 

Aushalten, dass es auch mal „unordentlich“ aussieht, hilft Tieren: 

·       Wer die Blütenstände und Stängel von Stauden nicht im Herbst sondern erst im

        Frühjahr zurückschneidet, bietet Insekten Platz zum Überwintern und manchen    

        Vögeln Nahrung. 

·       Wer in einer Ecke des Gartens Brennesseln stehen lässt, fördert zahlreichen

        Schmetterlingsarten, deren Raupen sich von den Blättern ernähren.

·       Eine Ecke mit Totholz oder einem Reisighaufen bietet Lebensraum für viele kleine

        Tiere. 

   

Desto nährstoffärmer der Untergrund- umso artenvielfältiger der Bewuchs:

·      Insektenmagneten wie Ysop, Natternkopf und der aufrechte Ziest gedeihen auf

       reinem Kalkschotter und bieten über lange Zeit im Jahr Pollen und Nektar. Gräser

       wachsen auf dem Kalkschotteruntergrund nicht. Es ist also eine Idee für „faule“

       Gärtner, denn Jäten ist nicht notwendig!

·      Blumenwiesen gelingen langfristig nur in nährstoffarmer Erde, wenn die Humus-

       decke abgetragen oder mit Sand abgemagert wurde.

 

Die faszinierende Welt der Insekten:

Die Makroaufnahmen zeigten uns neben vielen anderen Insekten Keulhorn-, Masken- und Glockenblumen-Scherenbienen, diese sind teilweise spezialisiert auf bestimmte Blüten, nur dort können sie Nektar und Pollen aufnehmen.

Faszinierende Bilder von verschiedensten Hummeln und Wespen, sowie Schwebfliegen-arten u.a. schlossen sich an.

 

Resümée:

Herr Herbst erklärte anschaulich, welche Artenvielfalt im Garten herrschen kann, wenn die Anforderungen verschiedener Tiere an ihren Lebensraum mitgedacht werden.

Er gab uns zahlreiche Hinweise und Vorschläge, mit welchen Maßnahmen jeder Garten als Lebensraum für v.a. Insekten aufgewertet werden kann. 

Dabei ist sicherlich das komplette Abtragen der Humusschicht nicht für jeden vorstellbar ;-), aber einzelne Elemente wie ein Totholzhaufen, eine Brennesselecke oder ein mit Ysop, Natternkopf und Ziest bepflanztes Kalkschotterbeet werden vielleicht bald in Ahnatals Gärten einziehen.

 

 

18.08.2018                                                                Ausflug zur Hummelwerkstatt Naumburg

Einige Mitglieder unseres neugegründeten Vereins besuchten am 18.08.18 die Hummelwerkstatt in Naumburg. Dort konnten wir Erdhummelnester bei Infrarotlicht beobachten. Da jetzt im August allerdings schon Ende der Nestbausaison ist, waren in den Nestern leider keine Hummellarven und Fütterungen mehr zu beobachten.

Beeindruckend zu sehen war, wie die Hummeln in der Lage sind, eine kleine Klappe zu öffnen. Diese kleine und leichte Plastikklappe befindet sich am Eingang des Hummelnestes und dient zum Schutz vor der Hummel-Wachsmotte. Die Wachsmotte kann ein ganzes Hummelnest einspinnen und damit abtöten, wenn sie ins Innere gelangt. Der Motte ist mit der Klappe der Weg ins Nest versperrt.

Die Hummel hingegen erlernt die Bedienung leicht: sie macht mit dem Rücken die Klappe auf, da sie diese Technik auch bei bestimmten Blüten anwenden muss, um an Pollen zu gelangen.

 

Darüber hinaus konnten wir lernen, dass Hummeln

  • ... 12 Mal mehr Bestäubungsleistung bringen als Honigbienen, da sie im Gegensatz zu diesen früher im Jahr aktiv sind, also auch bei kälteren Temperaturen fliegen.
  • .... wenn sie Tomaten bestäuben, erfolgreicher sind als Bienen, denn von Hummeln   bestäubte Tomaten schmecken aromatischer. So wundert es nicht, dass Hummelvölker zur Bestäubung von Tomatenpflanzen gekauft werden.
  • .... ihre Nesttemperatur durch Flügelzittern aktiv aufheizen können.
  • ... durch Heben des mittleren Beins anzeigen, wenn sie sich bedroht fühlen und zustechen werden.
  • ... blaue Blüten bevorzugen, da diese mehr Sonnenwärme speichern.
  • ... durch ihr drohendes Summen Mäuse aus ihrem Nest vertreiben können!

Der neben der Hummelwerkstatt angelegte Hummelgarten ist wild bewachsen und lud zum Samen sammeln ein. Hier war gut zu beobachten, welche Blumen gerne von Hummeln angeflogen werden, z.B. Roter Sonnenhut, Blauraute, Stockrosen, Lavendel, viele blühende Kräuter wie Majoran und Dost/Oregano, der Scheinalant/Telekie, ein gigantischer Horst der Kugeldistel und viele mehr....

Da bei einigen Pflanzen die Namen fehlten und wir sie nicht zweifelsfrei bestimmen konnten, sind wir gespannt, was aus den Samen im nächsten Jahr bei den Teilnehmern blüht! 

Der Besuch der Hummelwerkstatt ist auf jeden Fall zu empfehlen - da die Saison Ende August endet, wieder ab Mai 2019.

 

Bei Interesse:

Informationsseite der Stadt Naumburg zur Hummelwerkstatt:

http://www.naumburg.eu/de/tour/natur-informationszentrum/hummelwerkstatt.html

 

Kleiner Film der HNA (von 2013) gibt einen guten Einblick zur Hummelwerkstatt:

https://youtu.be/B5bAfB0pV0Y?list=PL64D66607BACDAD62

 

Tolle Seite für alle, die mehr über Hummeln wissen möchten und wie sie diese Nützlinge in ihrem Garten bei der Ansiedlung unterstützen können (viele Informationen zu Hummeln allgemein, zahlreiche Links, Bestimmungshilfen und ein interessanten Film):

https://www.deutschland-summt.de/hummeln.html

Fotos: Achim Dettmar, Ahnatal

07.07.2018                                                                                                     Besuch der Sonderausstellung "Ausgesummt - Das Insektensterben und seine Folgen"  mit Führung                 Naturkundemuseum Kassel