IM FRÜHJAHR

Alle Fotos: Martin Herbst von www.garten-der-gruenspechte.de

 

Blühwiese anlegen

Zwischen März und Mai ist die beste Zeit, um Blühflächen anzulegen. Haben Sie eine warme trockene Fläche, die sie zum Blühen bringen wollen? Möglichst ohne Gräser und Winden, Klette o.ä.? Das wären die besten Voraussetzungen, damit es dort auch erfolgreich blüht.

Auf dem Praxisblatt von "Biene&Natur" erfahren Sie genau, wie Sie das Saatbeet vorbereiten und säen. Es gibt eine Fülle von Tipps und Tricks und auch die Information, welche Samenmischung die richtige ist.  

http://bluehende-landschaft.de/fix/doc/b%26n-Saatgutmischung%20Fr%FChjahr_2017.pdf

Hilfe für Hummelköniginnen

27.02.2019: Eine Hummelkönigin saugt mit ihrem Rüssel in Wasser aufgelösten

Zucker, der ihr auf einem Teelöffel angeboten wird. Nach 15 Minuten Ruhezeit war sie wieder fit!

Wenn Sie im Februar/März Hummeln sehen, dann sind dies in der Regel Königinnen, da bei Hummelvölkern nur die Jungkönigin überwintert.

Nun ist die junge Königin auf der Suche nach einem Nistplatz (je nach Art Totholzhaufen, Steinspalten, verlassene Mauselöcher usw.), an dem sie ein neues Volk gründen kann. 

Wenn Sie im zeitigen Frühjahr eine entkräftete Hummelkönigin finden, können Sie ihr eine Zuckerlösung (Zucker in Wasser aufgelöst) auf einem Teelöffel reichen, damit sie wieder Energie tanken kann. Hier erfahren Sie noch mehr, wie Sie Hummeln helfen können: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/hummeln/06351.html

Insekten- und vogelfreundliche Gartenbepflanzung planen und pflanzen

Soll Ihr Garten "lebendiger" werden?

Wenn eine Herbstpflanzung nicht stattgefunden hat, dann ist im Frühling ein guter Zeitpunkt, die eigene Gartenbepflanzung zu überdenken und insekten- und vogelfreundliche Sträucher und Stauden zu pflanzen.

 

Überprüfen Sie selbst, wie insekten- und tierfreundlich Ihr Garten ist.

Einen hilfreichen Selbsttest haben Studenten/-innen der Leuphana Universität in Lüneburg entwickelt. Den Test finden Sie hier oder hier ein wenig abgewandelt von der Zeitschrift "Biene und Natur".

 

Es helfen auch folgende Fragen:

  1. Welche insekten- und vogelfreundlichen Pflanzen habe ich schon und wann blühen diese?
  2. "Tracht-Fließband" bedeutet, dass von Februar bis November etwas für Insekten blüht. In welchen Monaten blüht bei mir nichts?          
  3. Gibt es Gehölze, die mit Beeren in Herbst und Winter Nahrung und Schutz für Vögel bieten, wie z.B. Sanddorn, Felsenbirne, Wildrosen, Vogelbeere, Faulbaum etc.?                                                                                                                                 Eine gute Übersicht zur Gestaltung von vogelfreundlichen Gärten gibt es hier

Und dann folgt das Schönste für Gärtnerinnen und Gärtner:

Für den vorhandenen Boden passende Stauden und Gehölze aussuchen und pflanzen!                      

Hier gibt es sehr übersichtliche und informative Listen von bienenfreundlichen Pflanzen für Balkon und Garten.                                                                                                                                      

 

Ein Tipp:

Wurzelnackte Gehölze und Wildrosen sind wesentlich preiswerter als Containerware, sie sind in den örtlichen Baumschulen zu erhalten und ab Oktober zu pflanzen. Lassen Sie sich bei der Baumschule beraten, was zu beachten ist und ob eine Pflanzung jetzt noch erfolgversprechend ist.

Ohne Insekten kein Nachwuchs!

Kleiber mit Baumsamen, daneben ernährt er sich von Insekten und auch Nüssen.

Für die Aufzucht der Jungen benötigt er Insekten, Insektenlarven wie auch -eier!

Foto: Ruth Brosche, Ahnatal


IM WINTER

Totholz als wichtiger Lebensraum

Im Winter werden vielerorts Obstbäume geschnitten und Sträucher "verjüngt".

Wer unsicher ist, für welche Gehölze und zu welchem Zeitpunkt der Schnitt erlaubt ist, kann die genauen Regeln für den Gehölzschnitt im Informationsblatt des Landkreises Kassel finden: 201009_Gehoelzschnitt_und_-pflege.pdf

 

Das Holz, das beim Schnitt anfällt, bietet, z.B. aufgeschichtet, Insekten und anderen Kleintieren wertvollen Lebensraum. 

Totholz im Hausgarten ist bestimmt für manche ein ungewohnter Anblick und entspricht nicht dem "aufgeräumten" Gartenbild.

Aber in lebendigen Gärten, die Lebensraum bieten, ist Totholz genau richtig!

Denn trotz des Namens "Totholz" bietet dieses Material einen höchst lebendigen und notwendigen Lebensraum. Z.B. Larven der verschiedenen Bockkäfer ernähren sich von Holz, die Blattschneiderbiene, die seltene Holzbiene und Wespen legen ihre Brut in alten Käfergängen an. 

Vögel finden Nahrung und nisten im Totholz, Igel können Winterschlaf halten, Amphibien sich verstecken u.v.m.

Hornissen an Totholz                                                           Grabwespe

Fotos: Martin Herbst, www.garten-der-gruenspechte.de

 Totholz kann z.B. einfach in einer Ecke aufgeschichtet werden und sich selbst überlassen werden.

 

Bei der Benjeshecke (siehe rechts) wird Gehölzschnitt als Wall aufgehäuft und mit vorhandenen lebenden Gehölzen verzahnt oder im Laufe der Jahre mit Pflanzenbesiedelt (durch Samen im Vogelkot und Samenflug). Ein Konzept, das Platz und Zeit benötigt und für die meisten Hausgärten vielleicht nicht unbedingt passt ;-)

 

Foto: spilling (benjeshecke, totholzwall) 2008-02

Foto: Klasse im Garten - Flickr Commons  (Creative Commons Licence Version 4.0) 

 

Bei der Totholzhecke oder dem -zaun wird Gehölzschnitt zwischen Pfosten aufgehäuft, bzw. gestapelt. Die Entfernung der Pfosten entscheidet über die Breite der Hecke oder des Zauns. 

Auf der folgenden Seite gibt es zum Einsatz von Totholz einige Bilder und Anleitungen:

https://www.naturgartenfreude.de/totholz/im-garten/totholzaun/

Der Buntspecht ernährt sich von Käferlarven im Totholz

Foto: Martin Herbst, www.garten-der-gruenspechte.de

IM HERBST

Frühblüher-Zwiebeln setzen

Crocus Tommasianus / Elfen-Krokusse

Foto: Andreas Rockstein - Flickr Commons  (Creative Commons Licence Version 4.0) 

Im Herbst ist die Zeit, Zwiebeln für Frühblüher zu stecken.

Frühblüher dienen Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle im zeitigen Frühjahr.  

Hummelköniginnen sind schon früh im Jahr aktiv (ab Februar) und benötigen dann Pollen und Nektar, um ein Volk gründen zu können.

Zu empfehlen sind u.a. Wildkrokusse (s.o.), Traubenhyazinthen und Blausternchen.

Die anspruchslose Traubenhyazinthe ist eine begehrte Nektarquelle für die ab März fliegenden gehörnten Mauerbienen.

Foto: Martin Herbst, www.garten-der-gruenspechte.de

Schutz für kleine und große Tiere

Rote Mauerbiene Osmia bicornis

Foto: Jürgen Mangelsdorf - Flickr Commons  (Creative Commons Licence Version 4.0) 

Um mehr Tiere in den Garten zu locken, hier eine Ideensammlung:

  • Nisthilfen für Wildbienen
  • Hummelkasten
  • Wassertränken für Insekten und Vögel
  • Vogelnistkästen für das nächste Frühjahr
  • Fledermauskästen für Fledermäuse, die immer weniger ungestörte Plätze in alten Bäumen und Dachböden finden.
  • Igelhaus 
  • .........

Buchempfehlungen:

  • Werner David, Fertig zum Einzug: Nisthilfen für Wildbienen - Leitfaden für Bau und Praxis - so gelingt's
  • Markus Gastl: Ideenbuch Nützlingshotels für Igel, Vögel, Käfer & Co.