IM HERBST

Kleiber mit Baumsamen von Ruth Brosche, Ahnatal
Kleiber mit Baumsamen von Ruth Brosche, Ahnatal

Beete nicht abräumen - "Unordnung" aushalten

Gelernt haben die meisten von uns, die Beete werden im Herbst abgeräumt, der Garten winterfest gemacht: Stauden werden zurückgeschnitten, Laub von den Beeten entfernt, unansehnlich gewordene Einjährige gejätet. Damit alles ordentlich aussieht.

 

Wenn wir an Insekten, Vögel und Kleintiere denken, sollten wir von manchen Praktiken abrücken. Diese brauchen nämlich einen "unordentlichen" Garten, in dem Laub liegenbleibt, in dem Stauden erst im späten Winter/Frühling zurückgeschnitten werden und Gärtner*innen es "aushalten", wenn es ein wenig wild und vielleicht ungewohnt aussieht.

Warum?

Die letzten Blüten sind wichtiges spätes Nahrungsangebot für Insekten.

Samenstände von Wilder Karde, Wegwarte, Sonnenhut und Flockenblume und Einjährigen wie Sonnenblume und Borretsch  dienen Vögeln, wie z.B. Distelfink und Grünfink, als Nahrung.

In hohlen Stengeln finden Insekten Unterschlupf oder haben Wildbienen im Sommer ihre Brut gelegt; schneiden wir alles ab, landen Bienenlarven und überwinternde Insekten in der Biotonne oder auf dem Kompost.

 

 

Frühblüher-Zwiebeln setzen

Crocus Tommasianus / Elfen-Krokusse von Andreas Rockstein - Flickr Commons  (Creative Commons Licence Version 4.0) 
Crocus Tommasianus / Elfen-Krokusse von Andreas Rockstein - Flickr Commons  (Creative Commons Licence Version 4.0) 

Im Herbst ist die Zeit, Zwiebeln für Frühblüher zu stecken.

Frühblüher dienen Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle im zeitigen Frühjahr.  

Hummelköniginnen sind schon früh im Jahr aktiv (ab Februar) und benötigen dann Pollen und Nektar, um ein Volk gründen zu können.

Zu empfehlen sind u.a. Wildkrokusse (s.o.), Traubenhyazinthen und Blausternchen.

Auf der Webseite der Blühenden Landschaften finden sich Listen mit Empfehlungen und Informationen zu insektenfreundlichen  Zwiebelpflanzen.

Umgang mit Laub: Laub ist nicht Dreck, sondern kostenloser natürlicher Dünger

Laub, das auf Erde fällt, wird nach und nach zu Humus umgewandelt, es gibt damit Nährstoffe wieder ab und sorgt für gute Böden. Dies machen wir uns zu Nutzen: Laub kann als Winterschutz auf Staudenbeete wandern oder als dicke Schicht unter Gehölzen liegen bleiben.

Unter Laub können Insekten überwintern, z.B. Marienkäfer und Ohrenkneifer, Regenwürmer ernähren sich von Laub, Igel holen es sich für das Nest für den Winterschlaf.

Nur auf dem Rasen sollte Laub nicht liegenbleiben, das wird matschig und kann anfangen zu schimmeln, die Gräser bekommen nicht genug Luft.

Laubbläser oder -sauger kommen bei einem lebendigen Garten natürlich nicht in Frage, denn sie pusten mit dem Laub auch kleinste Lebewesen an oder weg.

 

Laub kann in einem einfachen Holzkomposter zu Laubkompost verrotten; wenn nur Laub darin landet, geht dies relativ schnell. Über Laubkomposterde freuen sich dann im nächsten Jahr z.B. Rhabarber und Beerensträucher. Bei Eichenlaub dauert es allerdings wesentlich länger...

Laubhaufen bieten Überwinterungsplätze für kleine Tiere und Insekten. Einfach das Laub auf einen Haufen rechen und gegebenenfalls ein paar Äste zum Beschweren darauf legen.

 

Überwinterungsmöglichkeiten im Garten anbieten:

Jetzt ist auch noch Zeit, Rückzugsmöglichkeiten für verschiedene Tiere im Garten anzulegen: lose Steinhaufen oder Pyramiden bitten Winterschutz für Eidechsen, Molche u.a.

Totholzhaufen oder -hecken werden zum Heim für Blindschleichen, Igel und Käfer (siehe unter "Winter - Totholz als wichtiger Lebensraum").