Das Hinweisschild kommt an den Zaun am Gleis und wartet auf seinen Einsatz -  finanziert durch die Stiftung "Mitarbeit"

Viele möchte in ihren Gärten etwas für Insekten, Vögel, Igel und Amphibien tun - wissen aber nicht genau wie….  

Am Bahnhof Weimar, hinter dem Park+Ride-Parkplatz am Gleis, entsteht deswegen ab 2021 der "Ahnataler Wildblumengarten", ein Naturgarten als Schau-, Lehr- und Mitmachgarten. Wir möchten zeigen, wie schön so ein lebendiger Garten mit heimischen Pflanzen aussehen kann und wie jedeR etwas zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen kann!

Es wird:

  • ein Garten mit einheimischen Pflanzen, auf die die hiesige Tierwelt angepasst ist (wie Schmetterlingsraupen-Futterpflanzen, Nektar- und Pollenpflanzen für Wildbienen, Vogelnährgehölzen usw.)
  • eine Fläche mit unterschiedlichen Lebensbereichen für Tiere, z.B. Totholzhaufen, Käferkeller, Sandarium und zahlreichen anderen Naturgartenelementen
  • professionell geplant und angelegt durch einen zertifizierten Naturgartenplaner, sowie ehrenamtlich ausgestaltet!

Schritt für Schritt gestalten wir einen blühenden, lebendigen, lehrreichen und ganz besonderen Aufenthaltsort in Ahnatal, der allen offen steht!

Aktuell braucht es noch ein wenig Geduld, da im Sommer schlecht gepflanzt und gesät werden kann....

 

 

Was ist bis jetzt passiert in Rückwärts-Schritten:

 

Juli 2021:

  • Ein Sandarium für bodennistende Wildbienen und andere Insekten ist entstanden: Ein Ladung Sand wurde mit Totholz und Steinen ansprechend gestaltet, dabei wurden wir schon von Sandbienen und -wespen umschwirrt. Diese Insekten leben solitär und sind nicht angriffslustig. Jedes einzelne gräbt einen Gang in den lehmigen Sand und legt Eier mit einem Nahrungsvorrat (Nektar und Blütenstaub bei den Bienen, betäubte Insekten bei den Sandwespen) in Brutzellen hintereinander. Wer genau hinschaut, kann die Löcher entdecken. Im nächsten Frühjahr wird es hier hoch hergehen. Das Sandarium soll nur wenig bepflanzt werden; wir haben einige Pflanzen gesetzt, die lehmigen Sand mögen und von Wildbienen angeflogen werden: Rundblättrige Glockenblume, Johanniskraut, Karthäuser Nelke, Dost, Lavendel und mehr. Einiges davon konnten wir vom Bahndamm umsetzen ;-)

Weiden-Sandbiene (Andrena vaga) von Jan K.- Flickr Commons  (Creative Commons Licence Version 4.0)

  • Die lehmige Feuchtmulde ist bepflanzt - es entsteht ein Ort für Schmetterlinge und Wildbienen: In der ausgehobenen Mulde ist lehmiger Unterboden auf den vorhandenen tonigen Untergrund aufgebracht. Dort sammelt sich Regenwasser - je nach Witterung steht hier Wasser, es ist lediglich feucht oder in heißen Sommern auch mal trocken. Hier wurden Pflanzen wie Blutweiderich, Mädesüß, Wasserdost, Rossminze, Sumpfdotterblume, Sumpfiris u.a. in die feuchte Lehmerde gesetzt. Diese Pflanzen vertragen es wechselfeucht, das bedeutet sowohl "nasse Füsse", wie auch kurzzeitige Trockenheit. Im nächsten Jahr wird es hier blühen, summen, brummen und schwirren.
  • Der Boden des Steinatriums wurde von einem Freiwilligen mit viel Geduld spiralförmig gepflastert, hier können unsere Mitgliedertreffen statt finden (siehe Bild weiter unten)
  • Eine erste Fläche ist eingesät, mit Saatgut von Wildblumen und -stauden. Das Wallbeet rechts beim Eingang wurde eingesät und zwar folgendermaßen: Regionaler Kalkschotter mit Körnung 0-32 mm wurde aufgehäuft und darauf ca. 3 cm Kompost eingearbeitet, hierauf wurde die Samenmischung "Wärmeliebender Saum" von Rieger-Hoffmann eingesät. In dieser Mischung sind einjährige, zweijährige und mehrjährige Pflanzen enthalten, die entweder noch im Herbst oder im Frühjahr 2022 auflaufen. Einige Initialstauden wie Skabiosen, Bergminze u.a. wurden dazwischengesetzt.
  • Der Zaun ist da: Notwendig als Vorgabe der Deutschen Bahn zum Gleis hin und nach vorne, damit der Widlblumengarten nicht als Gassi-Ort genutzt wird. 

11. - 16. Juni:

1. Baustart - mit dem Bagger wurde die Fläche von Hunderten von Pflastersteinen befreit!

2. Erste Modellierungen, wie Höhen und Tiefen wurden vorgenommen und mehrere Tonnen Rohfelsenblöcke aus dem regionalen Steinbruch eingefahren. 

3. Die Planungsfrauen samt Anhang wurden dazu geholt, um Wurzelfilz aus dem Bereich für eine spätere Wildblumenwiese zu rechen und den Pflasterweg durch den späteren Garten zu sichern.

4. Die Rohfelsblöcke wurden in zwei Reihen hintereinander platziert.

5. Schotter, Unterboden und lehmiger Sand wurden eingebracht.

6. Eine Senke wurde ausgehoben und mit Lehmerde ausgekleidet, um dort später Wildpflanzen zu säen und pflanzen, die ein wenig mehr Wasser benötigen.

7. Hügel mit nährstoffarmen Substrat wurden geformt, hier können Ansaaten gemacht und Sträucher gepflanzt werden.

 

Dies alles in einer tollen Zusammenarbeit unseres Planers Stefan mit Baggerfahrer Christian - vielen Dank an euch beide!

 

Seht selbst:

 

 

 

 

 

 

29.05.2021

Befreien des Geländes von abgestorbenen Brombeerranken:

10 Unerschrockene kämpften einen Samstag Nachmittag mit unzähligen meterlangen Brombeerranken.

22.05.2021:

Der Garten- und Freiraumplaner Stefan Wrobel sichtete mit der Planungsgruppe die eingereichten Vorschläge und fasste diese in einem Entwurf zusammen (s.u.)

Die Fläche wird sehr abwechslungsreich gestaltet, mit verschiedensten Lebensbereichen für viele unterschiedliche Tiere - dies wurde am häufigsten genannt.

Die bewachsene Böschung wird zum größten Teil erhalten, mit einer "Grünen Grotte" und Waldstauden aufgewertet, auf der Fläche zum Gleis hin entstehen vielfältige Strukturen mit Sitzgelegenheiten, Magerbeeten, neu gepflanzten Büschen u.v.m.

 

Am 31.05. wurde der Plan in einer Online-Sitzung interessierten Mitgliedern vorgestellt:

Gestaltungsplan von Stefan Wrobel, Freiraumplaner, für den Ahnataler Wildblumengarten.

Hier auch zum Download im großen Format zum Reinzoomen für alle Interessierten - es lohnt sich :-)

Download
Planung coloriert Ahnatal 2021.jpg
JPG Bild 16.3 MB

 

21.05.2021:

Ein Beteiligungsprojekt mit Kontaktbeschränkungen, wir machen das Beste daraus!

Beteiligungsaufruf an Mitglieder und über HNA-Artikel: Es kamen bis 21. Mai 2021 viele gute Ideen zur Platzgestaltung zusammen, dankeschön :-)

 

Oktober 2020 - April 2021:

Die Planungsgruppe (Helga Tewes, Susanne Hauser, Nathalie Dettmar) hat Fördermittel akquiriert, sich um Pachtvertrag, Planer u.v.m. gekümmert...

Die Gemeinde Ahnatal stellt das Gelände pachtfrei zur Verfügung, herzlichen Dank!

Anträge zur Finanzierung wurden gestellt und positiv beschieden! 

 

Es unterstützen uns:

  • Förderprogramm "Regionalbudget" über Region Kassel-Land 
  • Postcode-Lotterie 
  • Erika-Krauskopf-Stiftung (unter dem Dach der Kasseler Bürgerstiftung)

Die "Stiftung Mitarbeit" hat zwei Infoschilder finanziert (s.u.) - wir bedanken uns herzlich bei allen Mittelgebern, die unsere Idee überzeugend fanden!

 

Wir bedanken uns darüber hinaus sehr bei

 

- der Gemeinde Ahnatal für die unkomplizierte und hilfreiche Kooperation

- der Kasseler Sparkasse für Ihre Zuwendung

- Betrieb Özen in Fuldatal für die kostenfreie Lieferung von 50 Kubikmeter Unterboden

- Betrieb Daniel Dietzsch für die Anlieferung von Holzstämmen

- Betrieb Speckenheuer 

- Frau Ràcz und Frau Brosche für Ihre Spende

 

 

Hier ein paar Einblicke aus der Planungswerkstatt am 22.05.2021:

HNA-Artikel 19.05.2021: